Welche Steuern muss ich als Airbnb Vermieter in Wien bezahlen?

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Welche Steuern muss ich als Airbnb Vermieter in Wien bezahlen?

Steuerliche Grundlagen für deine Airbnb Vermietung

Die Wohnung ist geputzt, die ersten Gäste werden fürstlich empfangen und YAASS die erste Zahlung landet auf deinem Konto. Gut, aber noch ist es nicht Zeit den Kaviar in Champagner zu ertränken. Denn zuerst stellt sich die Frage: Wieviel von deinen Einnahmen musst du bei der Steuer abführen?

In diesem Artikel lernst du alles rund um die wichtigsten Steuern, die du als Airbnb Host abdrücken musst.

Beginnen wir mit den Abgaben, die jeder Vermieter zu bezahlen hat.

Die Ortstaxe

Jeder Gastgeber in Österreich steht in der Pflicht ein Gästeverzeichnis zu führen (übrigens ganz unabhängig davon wie oft du Gäste beherbergst). In Wien muss man einmal im Monat alle erfolgten Nächtigungen bei der MA 6 angeben. Dafür musst du ein eigenes Konto einrichten. Die Ortstaxe variiert leicht, je nachdem ob es sich um einen umsatzsteuerpflichtigen oder umsatzsteuerbefreiten Aufenthalt handelt. Sie beträgt 2,7691% der umsatzsteuerfreien Einnahmen und 2,5237% der umsatzsteuerpflichtigen.

Damit du dir das rechnen sparst, gibt es den Ortstaxenrechner, der dir nach Eingabe deines Umsatzes exakt angibt, was du zu berappen hast.

Aber wenn du ganz genau wissen willst was es mit der Ortstaxe auf sich hat, wo du dein Ortstaxenkonto einrichtest oder was passiert wenn du vergisst die Ortstaxe abzuführen, dann lies am besten unseren Blogbeitrag: Alles rund um die Ortstaxe in Wien.

Aber weiter im Text. Wir wissen alle Menschen sind gleich, aber manche sind gleicher. Kurz, wenn es um Steuern geht, dann führen viele Wege nach Rom und einen davon muss jeder von uns gehen.

Wir schauen uns zwei unterschiedliche Cases an. Einmal nehmen wir den Selbständigen unter die Lupe und einmal legen wir den Fokus auf das Modell Anstellung mit Nebeneinkünften.

Gut, ich bin selbstständig.

OK Cool, du bist dein eigener Boss. Somit stellt sich als erste Frage: Wie hoch ist dein Jahresumsatz? Liegt dieser nämlich unterhalb der magischen Grenzen von 30.000 €, so gilt für dich die Kleinunternehmerregelung und du musst keine Umsatzsteuer bezahlen.
Ansonsten gilt in Österreich ein Steuersatz von 10 % auf Beherbergungserlöse (Stand Juni 2019).

Die Einkommenssteuer ist die zweite große Gewinnschmälerung die es zu bedenken gibt und richtet sich nach deinem Jahresgewinn, ergo den Einnahmen abzüglich der Ausgaben. Zu den üblichen Ausgaben zählen dein Mietaufwand, bzw. die Abschreibung der Eigentumswohnung, Airbnb Gebühren, Computer- und Internetkosten, Fahrtkosten zur vermieteten Wohnung, sowie etwaige Sozialversicherungsbeiträge. Solltest du für die Vermietungstätigkeit einen eigenen abschließbaren Raum deiner privaten Wohnung nutzen, so kannst du aliquot die Kosten für dieses Arbeitszimmer einschließlich der Möbel ebenfalls in Abzug bringen. Die Steuer steigt progressiv an. Also je mehr du verdienst, desto mehr bezahlst du. Die Auflistung der österreichischen Steuerstufen findest du hier auf der Seite des Finanzministeriums.

Kurz zusammengefasst: Sollte die Summe aller deiner Einkünfte unter 11.000 € liegen, musst du keine Einkommenssteuer bezahlen. Danach fällt jeder weitere verdiente Euro unter den Steuersatz der jeweiligen Steuerstufe.

Natürlich sind Selbstständige in Österreich auch mit etwa
24 % sozialversicherungspflichtig. Die Beiträge, die jedes Quartal abgeführt werden müssen, sind für die ersten 3 Jahre der Selbstständigkeit vorläufig standardisiert (Tipp: man kann sich aber auch selbst einstufen – besser immer etwas mehr bezahlen und dann was zurück kriegen) und werden dann im vierten Jahr anhand des Einkommens im drittvorangegangenen Kalenderjahres berechnet. Das klingt kompliziert – ist es auch.

Die SVA hat einige der wichtigsten Fragen hier zusammengefasst.

Allerdings empfiehlt es sich dahingehend zumindest das Gespräch mit einem Steuerberater zu suchen. Dieser Beruf mag langweilig klingen, allerdings wurde er sicher nicht umsonst erfunden.
„Im Gegensatz zur Gewerbebehörde und den Hotelbetrieben freut sich die Finanz über jeden Airbnb-ler. Sie verdient ja mit. Durch die zahlreichen Auflagen und Meldepflichten ist es heute praktisch nicht mehr möglich, an der Finanz vorbei zu arbeiten.”

Karl Rosam | Steuerberater bei TAX 360°

Kurze Frage: Brauche ich für Airbnb-Vermietung einen Gewerbeschein?

Wie sagte schon Paracelsus? Die Dosis macht das Gift. In den meisten Fällen braucht man für die Vermietung auf Airbnb keine Gewerbeberechtigung und somit auch keinen Befähigungsnachweis. Die Grenze wird bei der Vermietung von mehr als 10 Betten gezogen. Alles darunter fällt entweder unter “bloße Raumvermietung” oder “neues Gewerbe”. Solltest du vorhaben größer ins Vermietungs-Business einzusteigen, dann findest du mehr Informationen unter diesem Link.

Aber ich habe schon einen Job und verdiene mir mit Airbnb nur etwas dazu. Was bedeutet das für mich?

Sollte dein Jahreseinkommen 11.000 € übersteigen so musst du auch hier deine Zuverdienste versteuern. Allerdings läuft die Sache bei Unselbstständigen etwas anders ab.

Der Freibetrag
730 € darf jeder in Österreich steuerfrei dazuverdienen. Solltest du unterhalb dieses Wertes liegen, dann musst du dir keine Gedanken machen. Verdienst du über 730 € dazu, aber unter 1460 €, so musst du einen verminderten Betrag versteuern. Und das funktioniert so: Von dem Betrag den du dazuverdienst, werden die 730 € abgezogen und anschließend wird das Ergebnis mal 2 gerechnet.

Rechenbeispiel – Du verdienst 1000 € dazu. Von den 1000 € werden jetzt die 730 € Freibetrag abgezogen. Das ergibt einen Betrag von 270 €. Dieser wird jetzt mal 2 gerechnet. Das Ergebnis von 540 € musst du gemeinsam mit den Gehältern aus deiner Anstellung versteuern.

Das heißt für dich ab einem Zuverdienst von 1460 € musst du diese Einkünfte nach deiner höchsten Steuerstufe versteuern. Hier nochmal der Link zu den Steuerstufen.

Allerdings darf man die Sozialversicherung nicht außer Acht lassen. Ein Nebeneinkommen muss auch bei der Sozialversicherungsanstalt gemeldet werden. Wenn der Gewinn aus dieser selbstständigen Tätigkeit die Grenze von 5.361,72 € (für 2019) allerdings nicht überschreitet und man in den vergangenen 60 Monaten auch nicht mehr als 12 Monate einer SVA Pflichtversicherung unterlag wird man nicht sozialversicherungspflichtig. Auf dem Meldeformular der SVA kreuzt man dann einfach an, dass man unterhalb der Sozialversicherungsgrenze bleibt.

Liegst du aber darüber so musst du Beiträge nachzahlen.

Wie hoch sind die Beiträge?

Für Einkommen oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze (Stand 2019) bezahlt man 18,5 % für die Pensionsversicherung, 7,65 % für die Krankenversicherung, 1,53% für Selbstständigenvorsorge und einen pauschalierten Betrag von 9,60 € / Monat für die Unfallversicherung.

Das Ganze hat aber auch etwas Gutes. Die Sozialversicherungsbeiträge werden vom Jahresumsatz abgezogen und wirken sich somit Gewinnmindernd auf die Einkommenssteuer aus.

Was passiert wenn ich die Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahle?

Liegst du über der Geringfügigkeitsgrenze und meldest aber nicht an, so musst du, wenn du dabei erwischt wirst einen Aufschlag von 9,3 % bezahlen.

Gibt es Tools die mir bei der Abrechnung helfen können?

Ja. Man versucht die ÖstereicherInnen nicht im Dunkeln über ihre Finanzen zu lassen. Deshalb empfehlen wir den Abgabenrechner des Finanzministeriums mal auszuprobieren.

Alle Tarifstufen und die Berechnungsformeln findet man hier.

Und unter diesem Link findest du welche Ausgaben du in welcher Höhe absetzen kannst:

Anmerkung der Redaktion:
Gesetze und Richtlinien ändern sich laufend. Wir übernehmen deshalb keine Garantie für die Richtigkeit der im Text erwähnten Regelungen und Zahlen. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation ist es meist kein Fehler sich an die Wirtschafts- beziehungsweise Arbeiterkammer zu richten, die eigene Service-Stellen dafür eingerichtet haben.

Solltest du hingegen Fragen zu Airbnb-Management Services haben. Also, wenn du die Vermietung deiner Wohnung gerne an jemand anderen abgeben würdest, dann schreib uns doch kurz eine Email.

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